Sektion: Literaturwissenschaft

 
  Bereits Friedrich Nietzsche meinte in Homer und die klassische Philologie, dass die Philologie „aus mehreren Wissenschaften gewissermaßen geborgt und wie ein Zaubertrank aus den fremdartigsten Säften, Metallen und Knochen zusammengebraut“ sei. Durch ihre interdisziplinäre Neudefinierung und Aus-richtung seit den 1990er Jahren ist die Literaturwissenschaft erneut in der Lage, aktuelle soziale Phänomene zu analysieren und somit einen Beitrag zum besseren Verständnis und Umgang mit der Realität zu leisten.

Entsprechend dem geschichtlichen Augenblick entstehen innerhalb des literarischen Schaffens spezifische künstlerische Ausdrucks- und Dialogformen, die derzeit eindeutig von der alle Lebensbereiche durchdringenden digitalten Revolution beeinflusst werden. Die neuen Medien und die Schnelllebigkeit der Informationsvermittlung bestimmen dabei maßgebend die literarischen Themen. Sie determinieren einerseits, was tatsächlich als aktuell gilt, und andererseits, wie sich Schriftsteller mit dieser Aktualität auseinandersetzen, während sie zugleich die großen Themen der Menschheit wiederaufnehmen. Aus diesem Grund interessiert uns, wie diese einschneidende Veränderung Eingang in die deutschsprachige Literatur gefunden hat und welche Darstellungsmittel Schriftsteller und Schriftstellerinnen heranziehen, um die Auswirkungen einer sich ständig wandelnden Gesellschaft in fiktionalen Texten zu verarbeiten. Neben der Frage nach dem „Was“ stellt sich daher die Frage nach dem „Wie“.

Wir interessieren uns für Beiträge, die sich mit folgenden Gesichtspunkten beschäftigen:

  • Die Auswirkungen der digitalen Revolution auf die Literatur, die Literaturwissenschaften und das Verlagswesen: Transmedialität, neue Formen des Lesens, Schreibens, Erzählens, Interpretierens und der Verbreitung
  • Die Rolle des Autors/der Autorin in der zeitgenössischen Literatur und deren Beziehung zum Leser: soziale Netzwerke und partizipative Literatur
  • Die Beziehung von Realität und Fiktion (Autofiktion, Metafiktion, Dokufiktion): verschwimmende Grenzen zwischen Realität und Fiktion in den neuen, vornehmlich virtuellen Medien
  • Alte und neue Genres und Gattungen. Der Einfluss der digitalen Revolution auf ein verändertes Verständnis von Hochliteratur vs. Unterhaltungsliteratur
  • Kulturpolitik und Verlagswesen: Lesegewohnheiten der Gegenwart
  • Vergangenheit und Gegenwart: Reflexionen über das durch Literatur übermittelte Gedächtnis und sein Einfluss auf die Gegenwart.

Abstracts können als Word-Dokument eingereicht werden und sollen folgende Angaben enthalten: Titel des Beitrags, Vor- und Nachnamen, Universität bzw. Forschungseinrichtung des Autors/der Autorin, Kontaktadresse mit Angabe der E-Mail-Adresse sowie eine kurze Zusammenfassung (ca. 200 Wörter) des Beitrags. Die Kongresssprachen sind Deutsch und Spanisch. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis zum 3. Mai 2016 an Montserrat Bascoy (montserrat.bascoy@uah.es) oder an Johanna Vollmeyer (johvollm@ucm.es).

Spanisch

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