Sektion: Didaktik:
DaF - Grundlegende Aspekte
Koordinatorinnen: Sophie Caesar und Virginia Gil

 

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Von der Theorie über die Reflexion zur Praxis
(beinhaltet drei Untersektionen)

Untersektion I: Wie der Mensch zur (Fremd)Sprache kommt – Von der Erwerbsforschung zur Lern- und Lehrpraxis

Wir möchten während des FAGE-Kongresses Alcalá 2004 und innerhalb der Sektion "DaF – Grundlegende Aspekte" einen Teilbereich "Spracherwerb" anbieten.

Über das tägliche Unterrichtsgeschehen hinaus sind wir doch sicher alle neugierig genug, die Forschungsergebnisse der letzten Jahre – für uns Laien verständlich – kennen zu lernen. Neben Eingeladenen auf diesem Gebiet möchten wir auch hiesige Praktiker animieren, die sich mit dem einen oder anderen Thema vertraut gemacht haben, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen und uns vorzustellen.

  • Die wichtigsten Grundlagen der Spracherwerbsforschung
  • Welche grundsätzlichen und neuen Erkenntnisse gibt es?
  • Wie lassen sie sich in verschiedenen Lern- und Lehrformen umsetzen?
Stichwörter (immer bezogen auf den Spracherwerb) sind:

  • Zweitspracherwerbstheorien
  • Grammatikprogression, didaktisierte Grammatik
  • Lernumgebung
  • soziale Faktoren des Spracherwerbs
  • interkulturelle Aspekte
  • Fehleranalyse

Untersektion II: Language awareness oder Sprachlernbewusstheit

Language awareness steht für die Sensibilität für Strukturen und Funktionen von Sprache. Der reflektierte Umgang mit Deutsch auch im Kontext anderer Sprachen wird zunehmend zum Ziel im Fremdsprachenunterricht: Wer Deutsch als zweite oder weitere Sprache lernt, hat schon Erfahrungen mit dem Sprachenlernen und Einstellungen gegenüber Sprachen entwickelt. Die Lernenden beginnen auf Sprachliches aufmerksam zu werden, und über die Auseinandersetzung damit vertieft sich das Interesse am Lernen und führt zu Sprachbewusstheit und Sprachreflexion. Language awareness ist ein didaktisches Konzept, das Erziehung zur Mehrsprachigkeit fördert und damit eine Grundlage für die Empfehlungen des Europäischen Referenzrahmens bietet. Das Sprachenportfolio übernimmt dabei sowohl eine dokumentarische als auch eine pädagogische Funktion. Es verschafft Lernenden nicht nur einen Überblick darüber, was sie schon können, sondern sie werden auch angeregt, sich intensiver mit dem Sprachenlernen zu beschäftigen und ihre Sprachreflexionen festzuhalten.

Im zunehmenden Maße sind nun Fähigkeiten gefragt, die den Lernenden helfen, ihren eigenen Lernprozess zu beobachten. Sie sollen lernen sich einzuschätzen und Verantwortung für den eigenen Spracherwerb zu übernehmen. Darüber hinaus sollten sie über ein möglichst breites Repertoire an Strategien und Techniken verfügen. Diese erforderlichen Fähigkeiten spielen im Unterrichtsgeschehen eine immer größere Rolle.

In dieser Untersektion möchten wir uns mit Themenbereichen auseinander setzen, die sich mit der Sprachlernbewusstheit beschäftigen und mittels derer eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Handhabung eines Sprachenportfolios geschaffen wird. Wir wünschen uns anschauliche, praktische Beiträge, die von Erfahrungen berichten und/oder Anregungen geben und einen der folgenden Aspekte berücksichtigen:

  • Reflexion, Sprachbewusstheit im Unterricht
  • Mehrsprachigkeit
  • Selbsteinschätzung
  • Sprachenportfolio/Sprachenbiografie
  • Lernerautonomie
  • Sprachlernstrategien/Arbeitstechniken

Untersektion III: Interaktion im DaF-Unterricht

Die Interaktion im Unterricht entwickelt sich innerhalb des Spannungsfeldes zwischen Individuum, Gruppe und Sprache. Gerade in den letzten Jahren veränderte sich das Verständnis dieser Bereiche im DaF-Unterricht:
Besonders beim Lehrer- und Lernverhalten werden neue Rollen sichtbar. Die Lernenden werden zunehmend als Individuen respektiert, deren unterschiedliche Lernbiografien und Lernambitionen berücksichtigt werden. Ihnen wird ermöglicht, ihre individuellen Ressourcen so gut wie möglich nutzen zu können. Durch diese Demokratisierung des Lehr- und Lernprozesses gewinnt die Binnendifferenzierung im Unterricht immer mehr Bedeutung.
Die Lehrenden hingegen erscheinen nun als Anreger von Lernaktivitäten, deren Vermittlungskompetenz sich mehr in der Rolle des Lernbegleiters, Organisators, Helfers erweitert, nach dem Motto von Montessouri: "Hilf mir, es selber zu tun".
Zu diesen veränderten Interaktionsverhalten im Unterricht hat der Bereich der Unterrichtsbeobachtung Wesentliches beigetragen.
Die Sprache ist als Lerninhalt, was die metasprachliche Ebene betrifft, Thema im Unterricht. Mit Sprache werden Inhalte vermittelt, Meinungen ausgetauscht und Diskussionen über relevante Themen geführt. Sprache ist aber auch Mittel der Kommunikation und Interaktion im Unterricht.

Dieser Hintergrund soll uns die Möglichkeit geben, praktisch erprobte Beiträge kennen zu lernen – sowie über die einzelnen Ansätze zu diskutieren. Themenschwerpunkte sollen sein:

  • Lerner/Lehrerverhalten: Ein neues Rollenverständnis
  • Korrekturverhalten
  • Unterrichtsbeobachtung
  • Lernen in der Gruppe/Kooperatives Lernen
  • Lernertypen/Lernerbiografien
  • Binnendifferenzierung
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